challenge-magazin

Klein Nickerchen und Cyclits Cycling Collective

Auch die Corona-Zeit hat ihre schönen Geschichten.

Geht es euch auch so? 2020 nervt einfach. Alles ist anders, vieles können wir nicht machen. Da mĂŒssen wir doch einfach motzen.
Nö, mĂŒssen wir nicht. Auch wenn es schwerfĂ€llt, mit einem LĂ€cheln geht es doch direkt besser. So ging es mir, als mir vor einige Tagen der Text einer Frau aufgefallen ist, den wir hier unbedingt teilen mĂŒssen. Genau so was suche ich auchWas ein schöner TextWirklich zauberhaft und inspirierend geschrieben. Das machte mich neugierig.

Klein Nickerchen (woher dieser Spitzname kommt klĂ€ren wir noch :-)) berichtet darĂŒber, wie sie zum Radsport gekommen ist, was sie bisher erlebt hat und auch das nĂ€chste Ziel steht bereits fest. In Zeiten von Corona brauchen wir mehr solche Text. Klein Nickerchen bringt ihre Begeisterung sehr gut rĂŒber und könnte damit weitere Frauen inspirieren.

Ach ja, Frauen inspirieren – fĂŒr Klein Nickerchen war es ein GlĂŒcksgriff, sich dem Cyclits Cycling Collective anzuschließen, die bereits seit lĂ€ngerem erfolgreich daran arbeiten, Frauen zum Radsport zu bringen. Inzwischen ist da eine wunderbare Gruppe entstanden die immer weiterwĂ€chst.

Hier nun die Geschichte von Klein Nickerchen:

Wer hĂ€tte gedacht, dass es mich mal in den Radsport verschlagen wĂŒrde? Jo, ich nĂ€mlich auch nicht.
Angefangen hatte alles mit meinem Hollandrad namens Rosi, mit der ich als frische Alleinstehende mal Köln und Umgebung erkunden wollte, einfach raus, einfach radeln, einfach mal schauen wie weit ich komme. Spoileralert: Ich bin SEHR weit gekommen.

Und zwar bis in meine Heimat DĂŒsseldorf, die „schöne“ Route, die jede Rheinkurve bis ins letzte Detail ausschmĂŒckt – und nach 65km Holland-Rad-Geradel mit 3 GĂ€ngen und nach 5+ Stunden, bin ich dann endlich am Ziel angekommen.

Das war sicherlich die schönste, aber auch anstrengendste Fahrt. ïżœIch bin immer noch stolz ĂŒber die NaivitĂ€t, mit der ich die Reise angetreten bin. Ohne zu wissen wie man einen Reifen wechselt (im schlimmsten Fall nehm ich halt die Bahn heim oder so?) mit Obst als Proviant (lol) und keiner Angst.

Die schönste Erkenntnis: Ich kann fahren wohin ich will. Einfach so.
Die realste Erkenntnis: Mit dem Hollandrad ist der Fahrspaß so naja
man bleibt im Acker stecken, man ist bei steilen Passagen aufgeschmissen und irgendwie ist es fast schon gefĂ€hrlich dieses GefĂ€hrt Treppen hinauf und hinunter zu tragen (oder zu fallen – ist auch schon passiert).

Foto: Cyclits Cycling Collective

Mein Entschluss stand fest: Ich brauch was flottes, fĂŒr Stöckchen und Steinchen und bisschen leichter als die gute Rosi.
Nach langem Hin und Her Überlegen sollte es ein Gravel Bike werden und dann wurde es sogar ein ganz schickes

Irgendwann, nachdem ich die ersten Fahrten allein, ohne Plan und Schnick Schnack hinter mir hatte, sagte mir eine Freundin, dass ich doch mal die Cyclits ansprechen solle – die fahren auch mit Einsteigern und man kann einfach so mit.

Und so bin ich das erste Mal mit den Damen in den Wald – Königsforst – Wahner Heide – boah ist das schön dort! Ich war so begeistert, dass mir bei den Abfahrten das ein oder andere „hui“, „juhu“, „ALTER SCHWEDE IST DAS SCHÖN“ rausrutschte. Irgendjemand hat wohl „au, au, au“ verstanden und sich kurz erkundigt, ob es mir gut ginge. Aber nicht nur die Ausfahrt hat mich vom Hocker gerissen, sondern vor allem diese tolle Truppe aus Damen und manchmal Herren, die einfach mit Dir fahren, als Rookie, als jemand der KEINEN PLAN von Radsport hat.

Ich habe mich getraut ĂŒber das GelĂ€nde zu brettern, einfach, weil ich mich sicher und am richtigen Platz gefĂŒhlt habe. Wenn ich fiel, wurde mir hochgeholfen, wenn ich Tips brauchte, wurde mir weitergeholfen (Nicky, kauf Dir Klickpedale!), wenn ich den Berg nicht hochkam, wurde ich angeschoben. Ohne Wenn und Aber, ohne mich dabei weniger als Teil dessen zu fĂŒhlen was die Cyclits ausmachen. Viele tolle Damen, die einem einfach dieses GefĂŒhl von Dazugehörigkeit geben, egal ob Einsteiger, Profi, mit oder ohne Klickpedale (ich habe mittlerweile aber zum GlĂŒck welche ).

Seit diesem Besagten Tag, am 29. Juli, ist viel passiert:
⁃ All die schönen Fahrten
⁃ Mein erster 100er
⁃ Mein zweiter 100er
⁃ Meine Glessy Entjungerung
⁃ Apropos coole Wörter: Graveln, Ritzel, SRAM – kenn ich jetzt auch!
⁃ Reifenwechsel – Workshops bei dem man jegliche Fragen stellen durfte
⁃ Mein erster Sturz mit Klickern („In den Acker gesetzt“ trifft es besser )
⁃ Stammtische
⁃ Challenges
⁃ Ich habe verstanden, dass CyCLITS KEIN SCHREIBFEHLER IST
⁃ Und jetzt habe ich sogar die Ehre mit den Damen meine Kreative Ader ausleben zu können

Ich bin sehr dankbar dafĂŒr, dass mir alle HĂŒrden und Ängste fĂŒr den Einstieg in den Radsport genommen wurden und ich Teil dieser Tollen Gruppe sein darf! ïżœMeine nĂ€chste Challenge: Großglockner Hochalpenstrasse – hoffentlich in 2021, Dank der tollen Betty, die das dieses Jahr auch super gemeistert hat!

Danke Alex, Kari, Anika fĂŒr die Helfer in der Not, die besten Guides und fĂŒrs Mut machen! Und vielen Dank an alle Cyclits inklusive aller Kathrins, Katis – ihr seid super! ïżœTo many more!

Cyclits Cycling Collective auf Facebook  

Eine tolle Geschichte oder? Davon brauchen wir mehr in dieser Zeit. Morgen gibt es eine weitere Geschichte.
Ganz anderes Thema, aber auch sehr wichtig in der Corona-Zeit. Es viel Hörensagen geschrieben, lassen wir doch mal eine Hobby-MTB Fahrerin erzÀhlen, deren Tochter an Corona erkrankte. Wie hat die Familie diese Zeit erlebt.